Vorabdruck aus dem Bulletin 23 / Juni 2010
Kritische Anmerkung aus dem GD/SoD
Originalton - Rostocker Parteitag -
Zum Thema: Bundesweite Zusammenschlüsse in der Partei DIE LINKE.
Aus dem Tätigkeitsbericht des Parteivorstandes an die 1. Tagung des 2. Parteitages:
„Fast 10.000 Mitglieder engagieren sich in den nunmehr 24 bundesweiten Zusammenschlüssen der Partei, 2008 waren es 19. Der Jugendverband Linksjugend 'solid hat ca. 10.000 Mitglieder, davon ca. 4.100 Aktive. Im Studierendenverband DIE LINKE.SDS sind ca. 400 Mitglieder in rund 30 Gruppen aktiv."
Aus der Rede von Gregor Gysi
... indem wir uns alle verändern!:
„Nun, liebe Genossinnen und Genossen, haben wir Strömungen. Viele beschäftigen sich damit -außerhalb unserer Partei und innerhalb. Was ist denn eine Strömung? Warum organisiert man sich denn in einer Strömung? Einer Strömung geht es um ein bestimmtes Politikverständnis, das sie in der Partei etablieren will. Sie organisiert sich deshalb, weil sie weiß, dass sie noch nicht mehrheitsfähig ist. Denn, wenn das sowieso schon Mehrheitsmeinung der Partei ist, dann muss ich mich ja nicht mehr organisieren. Also organisiert man sich, um Schritt für Schritt eine Mehrheit in der Partei von etwas zu überzeugen. Der Wert der Strömungen besteht darin, dass sie zu Präzisierungen von politisch-programmatischen Aspekten und neuen Ideen beitragen. Die Gefahr besteht darin, dass der Konflikt zwischen Strömungen so eskaliert, bis dieser Konflikt zur Gefahr für das Ganze wird. Und ich kann mir vorstellen, so ein Mitglied des Forums Demokratischer Sozialismus bekommt einen halben Alptraum, wenn es an ein Mitglied der Antikapitalistischen Linken denkt, und so ein Mitglied der Antikapitalistischen Linken bekommt einen halben Albtraum, wenn es an ein Mitglied des Forums Demokratischer Sozialismus denkt. Das leuchtet mir ja alles ein.
Ich habe das schon einmal erzählt. Es hat mich schockiert, dass mir jemand aus einer Strömung erzählte, dass er auf seinem Landesparteitag das gar nicht zugeben darf, dass er sich da organisiert hat, weil er dann chancenlos ist. Dann habe ich Euch erzählt: Dann kam ein anderes Mitglied zu mir und sagte, wundere dich nicht, dass ich den Antrag X an den Parteitag unterschrieben habe, das meine ich nicht wirklich, aber wenn ich den nicht unterschreibe, habe ich ja keine Chance mehr.
Liebe Genossinnen und Genossen, wo leben wir denn hier eigentlich!? Wir brauchen doch einen Umgang miteinander. Der darf uns nicht voneinander abhalten. Ganz im Gegenteil. Und ich sage, wir müssen lernen, dass Andersdenken der anderen zu schätzen, auch wenn man selbst nicht so denkt. Ich habe es doch inzwischen auch gelernt. Lasst uns doch einfach gemeinsam lernen, die Verschiedenheit zu nutzen, um unsere Partei interessanter und produktiver zu machen.„
Lasst uns als Genossinnen und Genossen des Geraer Dialog/Sozialistischer Dialog danach handeln. Jedoch erwarten wir dies auch von den Genossinnen und Genossen anderer bundesweiter Zusammenschlüsse.
Wir sind, und unser Name besagt dies, für Dialog.
Jochen Traut / Martina Tiedens
Mitglieder der Sprecher- und Koordinierungsrates
des Geraer Dialog / Sozialistischem Dialog